Dass Sport und Bewegung im Allgemeinen gesund sind und Körper wie Seele guttun, gilt längst als erwiesen. Fakt ist: Bewegung wirkt sich positiv auf viele verschiedene Körperfunktionen aus. Doch wie verhält es sich, wenn eine chronische Erkrankung wie Multiple Sklerose (MS) ins Spiel kommt? MS bringt nicht nur vielfältige Symptome mit sich, sondern oft auch Einschränkungen, die jede Form von Bewegung zur Herausforderung machen können. Umso drängender stellt sich die Frage: Ist Sport bei MS eine Chance – oder eher ein Risiko?

Wusstest du schon,…?
Schon kleine Dinge wie ein Spaziergang, eine Runde Radfahren oder ein paar Bahnen im Schwimmbad können im Körper Großes bewirken. Bewegung sorgt nämlich dafür, dass mehr vom sogenannten Gehirnwuchsfaktor BDNF (brain‑derived neurotrophic factor) ausgeschüttet wird. Dieses Protein fördert das Wachstum von Nervenzellen, stärkt neuronale Verknüpfungen und unterstützt damit Lernen und Gedächtnis – ganz gleich, ob wir jung oder älter sind. Das bedeutet, dass Bewegung sogar helfen kann, altersbedingtem Zelltod vorzubeugen. Klingt beeindruckend, oder? Aber wie passt das zu einer Erkrankung wie Multiple Sklerose?
Gerade hier stellen sich viele MS-Betroffene die Fragen, wie man Sport mit MS treiben soll, wenn man ohnehin mit Fatigue oder eingeschränkter Mobilität kämpft?! Und besteht nicht die Gefahr, dass Bewegung die Krankheit sogar verschlimmert – zum Beispiel durch neue Schübe oder eine schnellere Verschlechterung?
Genau diese Fragen möchte ich in diesem Beitrag mit dir anschauen. Ich teile mit dir, was die Forschung und Studienlagen dazu sagen. Grundlage dafür ist das Buch MS und Gesund von Dr. Claudia Brunner* – ein wunderbarer Begleiter, den ich dir ohnehin für noch mehr Hintergrundwissen sehr ans Herz lege.
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Wie beeinflusst Sport den Verlauf von Multipler Sklerose?
Ein Blick in die MS-Forschung zeigt wichtiges vorab:
Eine Studie aus dem Jahr 2012 konnte keinen Zusammenhang zwischen sportlicher Aktivität und einer Zunahme der Krankheitsaktivität feststellen. Im Gegenteil – die aktivsten Teilnehmer hatten sogar die niedrigste Schubrate 💪🏼.
Auch andere Untersuchungen bestätigen dieses Bild. Sie kommen zu dem Schluss, dass regelmäßiges Training weder neue Schübe auslöst noch die Krankheit verschlimmert. Stattdessen gilt Bewegung heute als sichere und wirksame Ergänzung in der Therapie von MS und kann gefahrlos verordnet werden. Das klingt gut, oder?
Könnte Bewegung dann vielleicht sogar helfen, das Fortschreiten zu verlangsamen?
Studien deuten tatsächlich darauf hin 😊! Menschen mit MS, die regelmäßig aktiv sind, berichten nicht nur von geringeren Schubraten, sondern auch von weniger körperlichen Einschränkungen. Sogar die Gehirngesundheit profitiert – das bestätigen weitere zwei Studien aus dem Jahr 2018. Zwar haben Menschen mit MS im Durchschnitt eine geringere körperliche Leistungsfähigkeit. Doch die gute Nachricht ist, dass sich mit gezieltem Training diese deutlich steigern lässt– und damit können sogar weitere gesundheitliche Vorteile erreicht werden.
Vielleicht fragst du dich jetzt: Was ist, wenn die MS schon weit fortgeschritten ist und eine starke Behinderung vorliegt? Lohnt sich Bewegung dann überhaupt noch – oder belastet sie den Körper nur zusätzlich?
So ist die Studienlage bei starker Behinderung mit MS
In insgesamt 19 ausgewerteten Studien zeigte sich, dass selbst Menschen mit einer weit fortgeschrittenen MS (EDSS > 6) durch ein angepasstes Bewegungsprogramm Verbesserungen bei Fitness, Körperfunktionen und Behinderung erzielen konnten. Eine bessere körperliche und psychische Gesundheit ist also durch Bewegung unabhängig vom Behinderungsgrad möglich! Bewegung und Sport bei MS ist also auch im fortgeschrittenen Krankheitsstadium nicht nur machbar, sondern kann auch hilfreich sein.
Auch wenn du eine schwere Behinderung hast, kann Bewegung ein wertvoller Teil deiner Therapie sein – gerade dann, wenn andere Möglichkeiten begrenzt sind.
Wie du Bewegung für dich umsetzt- steht dir völlig frei. Selbstverständlich solltest du dich dabei an deinen Möglichkeiten, Grenzen und Bedürfnissen orientierten. Bei Ratlosigkeit und Unsicherheit kann es hilfreich sein, dich an eine Praxis für Physiotherapie, Ergotherapie oder an ein Sportzentrum zu wenden.

Sport und Bewegung verschlechtert den Verlauf von MS nach aktueller Studienlage nicht. Doch bleibt die spannende Frage, inwiefern Sport bei MS und Bewegung bestehende Symptome oder Einschränkungen positiv beeinflussen kann. Und wie sinnvoll ist Sport, wenn Fatigue – also diese lähmende Erschöpfung – ohnehin schon so viel Energie raubt? Kann Bewegung hier wirklich helfen oder belastet sie zusätzlich? Welche Trainingsformen sind besonders geeignet – und wie findest du das richtige Maß für dich?
Antworten auf diese Fragen und meine persönlichen Erfahrungen zum optimalen Training zu Sport bei MS liest du im nächsten Beitrag! Also, bleib dran 🚀.
Alles Liebe,
Alexandra
P.S. Ich hoffe, der erste Artikel hat dir schon ein wenig die Angst vor Bewegung und Sport bei MS genommen. Ich freue mich auf eine Nachricht zu diesem Thema <3!
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